OttoGraff

Otto Graff wurde 1915 im pommerschen Fidichow geboren. Seit früher Jugend beschäftigte er sich mit Kunst und Literatur und schrieb auch eigene Gedichte. Nach einer Gärtnerlehre war er mit kurzen Unterbrechungen von 1934 bis 1945 im Arbeits- und Militärdienst. Den 2. Weltkrieg hat er an verschiedenen Fronten als "eine Zeit der sinnlichen, körperlichen, seelischen und geistigen Verrohrung und mit Hölderlin im Soldatenrock" überlebt.
Drei Jahre später, als die Kriegserlebnisse zu verblassen beginnen, wendet er sich wieder der Malerei zu. Von 1950 bis 1956 besucht er die Aktzeichenklasse der VHS Köln. Seit 1958 intensive Beschäftigung mit der Technik des Holzschnittes als für ihn wichtigem künstlerischem Ausdruckmittel.

Seitdem sind weit über 1000 Arbeiten entstanden, darunter umfangreiche Holzschnittfolgen mit Werken der Weltliteratur wie "Salammbo" von Flaubert, "Jaques le Fataliste et son Maitre" von Diderot, "Erste Liebe" von Turgenjew, die Fabeln von Jean de La Fontaine und "Erzählungen aus den tausendundein Nächten".
Außerdem entstanden kleine Holzschnittserien über die pommersche Heimat und Landschaften aus seiner Reise durch die Provence. Der menschliche Körper und seine Bewegungen beschäftigen Otto Graff ganz besonders, aber auch das Mondlicht und die Olympischen Spiele.
Seit 1970 hatte er zahlreiche Einzelausstellungen und Beteiligungen an Gemeinschaftsausstellungen. Viele Werke befinden sich in privatem und öffentlichem Besitz, so in der Arthotek Erftstadt und in der Kunstsammlung des Erftkreises.

Seinen Holzschnittzyklus "Eine Reise durch die Provence" hat der Verein im Mai 2002 als Dauerleihgabe der Stadt Erftstadt zur Ausstellung im Rathaus übergeben.